Eine kleiner Rückblick in meine eigene Rückbildungszeit
Nach der Geburt meines Sohnes kam ich das erste Mal hoch motiviert in einen Rückbildungskurs, in dem man sein Baby mitnehmen kann. Leider hat mich mein Sohn nicht wirklich an den Übungen mitmachen lassen und der Raum war auch sehr voll und laut, sodass ich nicht viel von dem verstand, was die Kursleiterin uns vermitteln wollte. Da ich Physiotherapeutin bin erahnte ich, was sie wollte 🙂
Nach der ersten Stunde meldete ich mich in den Abendkurs um. Dort konnte ich die Übungen zwar in Ruhe durchführen, dennoch war mein neuer Alltag mit Baby so überfüllt, dass ich nicht wirklich zu den Hausaufgaben kam, die uns die Kursleiterin aufgab. Zudem gibt es im Kursmodell oft die Schwierigkeit allen Frauen gerecht zu werden. Da alle Teilnehmerinnen auf einem unterschiedlichen Rückbildungsniveau sind:
Es gibt die, die mit ganz kleinen Babys schon ab 6 Wochen nach Geburt da sind, und die, die erst mit Krabbelkindern kommen. Es gibt Frauen, die eine unkompliziertere Geburt hatten, wenig Verletzungen oder auch einen kleinen Bauch. Dadurch bildet sich ihr Körper tendentiell schneller zurück. Diese Frauen möchten oft gerne durchstarten und fit werden, spüren sich besser und fühlen sich ggf. im Kurs unterfordert.
Und dann gibt es Frauen, die hatten einen Kaiserschnitt und haben seitdem ggf. Missempfindungen im Narbenbereich und bekommen Schmerzen bei den Übungen. Oder auch Frauen mit komplizierteren Geburtsverläufen mit mehr Traumata im Beckenbereich. Dort braucht alles etwas länger. Und die Frauen müssten eigentlich mehr mit Wahrnehmung arbeiten, um sich wieder besser spüren zu können im Bauch und Beckenbodenraum.
Damals waren die Übungen in meinem eigenen Rückbildungskurs zwar anstrengend, aber kontraproduktiv. Da sie für mich persönlich noch viel zu schwer waren. Das ist dann oft leider die Folge davon, wenn so viele unterschiedliche Frauen in einem Kurs sind.
In vielen Sportangeboten werden die oberflächlichen, starken Muskeln angesprochen. Was aber nach der Schwangerschaft und Geburt essenziell ist, sind die tiefen Rumpfmuskeln und das wieder erlernen des Zusammenspiels zwischen Bauchmuskulatur, Beckenbodenmuskulatur und Zwerchfells.
Damals überlegte ich mir also mehrere Rückbildungsübungen, die ich zu Hause in meinen Alltag mit Kleinkind übernehmen konnte. Einige davon möchte ich euch in mehreren Blogbeiträgen vorstellen.
Für mich hat sich gut bewährt mir eine Übung rauszusuchen, diese tatsächlich mir einmalig „alleine“ anzuschauen, dafür braucht es max. 5–10 min. Wenn du diese Übung dann kannst, sie dann in deinen Alltag zu übernehmen, sodass sie dir in Fleisch und Blut übergeht :-).
Wenn du absolut keine Zeit hast und auch dein Mann oder Verwandte, Nachbarn nicht kurz auf dein Kind schauen können, dann könntest du versuchen Abends, wenn du im Bett liegst, und dich jetzt freust endlich schlafen zu können, dir doch noch 5 Minuten zu nehmen, um die Übung einmal alleine in Ruhe durchzugehen.
Super Artikel, vielen Dank! Interessant geschrieben.